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Brüssel, Mai 2004


Memorandum für ein soziales Europa 2004-2009

Forderungen christdemokratischer Arbeitnehmer für die Europäische Union


Der Europäische Einigungsprozess ist die große Erfolgsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Sie wird aber nur Bestand haben, wenn wir die Ausrichtung auf die Wirtschaftsgemeinschaft überwinden und - auf der Grundlage der Verfassung - den Kern der europäischen Idee verwirklichen: Grenzen überwinden, Menschen zusammenbringen, den sozialen und regionalen Zusammenhalt stärken. Hier ist eine Europäische Union notwendig, die

  • in allen Bereichen die regionale und nationale Zusammenarbeit sucht

  • eine nachhaltige Beschäftigung fördert

  • jegliche Form von Diskriminierung bekämpft

  • auch mit Blick auf den Welthandel soziale und ökologische Aspekte verteidigt

  • eine menschliche Asyl- und Migrationspolitik durchsetzt

  • sich vorbeugend für die Erhaltung des Friedens einsetzt

Der Europäische Einigungsprozess wird nur auf der Grundlage der Subsidiarität gelingen. Daher brauchen wir neben einer Stärkung der repräsentativen Demokratie (mehr Rechte für das Europäische Parlament) auch den Ausbau der paritizipativen Demokratie und - im Bereich der Beschäftigungs- und Sozialpolitik - des Dialogs der Sozialpartner.


Wir wollen ….

… eine Europäische Union, die die Wirtschafts- und Finanzpolitik als Mittel ansieht, nicht als Ziel

  • Preisstabilität, Wirtschaftswachstum und (qualitative) Beschäftigung als gleichwertige Ziele; damit verbunden: hohe Standards von sozialem Schutz

… eine Europäische Union, die eine verstärkte Koordination in der Steuerpolitik anstrebt

  • Mehrheitsprinzip statt Einstimmigkeit (um Handlungsfähigkeit zu erreichen)
  • Prinzip der Progressivität (wer mehr verdient, kann größere Lasten tragen)
  • Belastung von Arbeit senken, von (Geld)Kapital erhöhen
  • die Einnahmen des Staates und die Finanzierung notwendiger Aufgaben sichern

… eine Europäische Union, die das Soziale Modell weiter ausbaut

  • Ziel: Vollbeschäftigung bei qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen
  • auf der Grundlage der Verfassung eine Gleichstellung von Beschäftigungsstrategie und Wirtschafts- und Finanzpolitik
  • Ausbau des Mehrheitsprinzips in der EU-Sozialpolitik
  • Vervollständigung der Europäischen Regelungen auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes und des sozialen Schutzes
  • Mitwirkung der Arbeitnehmer: überprüfbare Kriterien für Information und Konsultation
  • Stärkung des Europäischen Sozialen Dialogs
  • Befreiung staatlicher Subvention zur Beschäftigung von Risikogruppen auf dem Arbeitsmarkt von europäischer (Wettbewerbs-)Kontrolle
  • Verstärkte europäische Initiativen zur Bekämpfung von Armut und Diskriminierung
  • Verstärkte europäische Zusammenarbeit zur Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme (Grundrecht der Existenzsicherung; Solidarprinzip);

… eine Europäische Union, die die Liberalisierung der Dienste von allgemeinem Interesse sozial und ökologisch korrigiert

  • Versorgung mit qualitativ hochwertigen Dienstleistungen zu bezahlbaren Preisen gewährleisten
  • Folgen von ungehemmter Privatisierung auf Beschäftigung berücksichtigen


Wir wollen eine Europäische Union, die die Länder Mittel- und Osteuropas nicht als "Sonderwirtschaftszonen" ansieht, in denen aufgrund niedriger Lohnkosten gute Geschäfte gemacht werden können, sondern als Länder, die mit ihrer Geschichte und Kultur die Länder Westeuropas bereichern und Europa zu einem offeneren Platz friedlichen Zusammenlebens von Menschen machen

 



Die Europäische Union Christlich Demokratischer Arbeitnehmer (EUCDA) besteht aus 23 Arbeitnehmerorganisationen aus 15 Ländern und ist eine Vereinigung der Europäischen Volkspartei (EVP).

Verantwortlich: Nach Vorstandsbeschluss - Christoph Weisskirchen, Generalsekretär



Für weitere Informationen:

EUCDA
Europäische Union Christlich-Demokratischer Arbeitnehmer
c/o EVP, Rue du Commerce / Handelsstraat 10
B-1000 Brüssel

E-mail: EUCDA

 

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